In diesem Dauerausstellungsraum findet man bäuerliche  Gebrauchsgegenstände, wie sie in Haus und Hof  zur Anwendung kamen. Auf dem Rundgang durch den Raum, beginnend auf der linken Seite, sieht man eine typische Küche, wie sie noch in der Mitte des leztzten Jahrhunderts vielerorts anzutreffen war.

Daran anschließend folgt ein Waschtisch mit einem Kleiderschrank. Daneben die „gute Stube“, die nur an Feiertagen benutzt wurde. Spinnrad und Nähmaschine vermitteln einen Eindruck von der häuslichen Handarbeit.

Eine komplett eingerichtete Schusterwerkstatt gibt einen Einblick in ein wichtiges Handwerk jener Zeit. Neben dem Durchgang in den Steinbruchraum findet man eine Auswahl  typischer Arbeitsgeräte für Hof, Stall, Garten- und Feldarbeit.

Texte an den einzelnen Stationen des Raumes laden zur Vertiefung in das Landleben jener Zeit ein.

 

 

Die Schule wurde 1903 mit einem Klassenraum erbaut, der eine Ergänzung zu den beiden Räumen im benachbarten Fachwerkschulhaus darstellte.

1951 wurde das Gebäude durch Anbau und Aufstockung auf vier Klassenräume erweitert. 1999 wurde die Schule in ein modernes Gebäude verlegt.

 

Zwischen 1903 und 1999 drückten zahlreiche Jahrgänge die Schulbank. Im Treppenhaus zeigen wir Klassenfotos „Ahnengalerie“ aller Schüler ein. Ergänzt werden die Fotos mit geschichtlichen Anmerkungen zur Schule in einem ausgelegtem Ordner im Eingangsbereich.

 

 


Ludwig Rudolf Oeser wurde 1807 in Gießen geboren. Er studierte Theologie, wurde Pfarrer und lebte in Lindheim, Kreis Büdingen.

Unter dem Pseudonym „O. Glaubrecht“ schrieb er Erzählungen, die Begebenheiten aus dem bäuerlichen Leben schildern. Kennzeichnend für seine Werke sind das Lob der Frömmigkeit, die Botschaft einer hohen, an religiösen Vorgaben ausgerichteten Moral sowie die Verurteilung eines weltlichen Lebenswandels. 

Sein Bruder Hans Christian Ludwig Alexander Oeser wohnte von 1822 bis 1858 in Londorf, wo Glaubrecht ihn häufig besuchte. Zwei seiner Bücher „Anna, die Blutegelhändlerin“ und „Der Zigeuner“ spielen in der Rabenau.

Die Ausstellung beinhaltet: Erstausgaben und weitere Ausgaben seiner Bücher, Tafel mit biografischen Daten, geschichtliche Hintergrundinformation zur Zeit, in der Glaubrecht lebte, Auseinandersetzung mit den vertretenen moralischen Werten.

 

 


In der Rabenau wird nachweislich seit dem 13. Jahrhundert ein Basaltgestein abgebaut, das nach den zahlreichen kleinen Lufteinschlüssen auch „Lungstein-Basalt“ genannt wird.

 

Im 19. Jahrhundert erlebte die Basaltindustrie in der hiesigen Gegend einen Aufschwung, der einen gewissen Wohlstand in die eher ärmliche Region brachte.

Zahlreiche Bauten in der Umgebung, aber auch weiter entfernt, wurden unter Verwendung des Rabenauer Gesteins erbaut. Noch heute wird Londorfer Basalt genutzt, um Schäden an historischen Bauten (Kölner Dom) zu beheben.

 

In unserer Ausstellung befinden sich: Werkzeuge, behauene Steine, Fotos von Gebäuden, in denen der Stein verbaut wurde, Geschichte einzelner Steinmetzfamilien (Biografien, Familienstammbäume ...), Darstellung handwerklicher Techniken (Allgemeines zum Basaltabbau), wirtschaftliche und soziale Zusammenhänge (Verdienstmöglichkeiten, Lebensumstände der Steinmetzfamilien), Firmengeschichte (Jubiläumsbände / Selbstdarstellungen der Firmen, Dokumente, Urkunden ...)

 

Lebensdaten von Carl Engel von der Rabenau

 

Geboren am 28. Oktober 1817 in Londorf als jüngster Sohn des Freiherrlich von Rabenauschen Rentmeisters und Oberverwalters Catl Wilhelm Engel
(1761 – 1826) und dessen Ehefrau Christine Philipine, geb. Pfeiff (1780 – 1874).

Ausbildung an der Privatschule Dr. Völker in Gießen. Erster Zeichenunterricht durch den Universitätszeichenlehrer Wilhelm Dickoré.

1832 – 1834 Zeichenschule des Großherzoglichen Galerieinspektors Franz Hubert Müller in Darmstadt.

1834 Besuch der Akademie in Düsseldorf unter Ferdinand Theodor Hildebrandt (Vertreter der romantisch-poetischen Richtung der Historien- und Genremalerei).

1837 – 1839 künstlerische Weiterbildung an der Akademie in München.
Seit der Münchner Zeit enge Freundschaft und Zusammenarbeit mit dem Darmstädter Bildhauer und Maler Johann Baptist Scholl d.J..

1841 Übersiedlung nach Frankfurt. Am 16. Oktober 1842 Hochzeit in Londorf mit Anna Margarethe Rabenau aus Londorf.

 

Ende der 40er Jahre Kauf eines Anwesens in Rödelheim („Schlösschen“), das Engel bis: zu seinem Tod bewohnte. In Rödelheim größte Schaffensperiode des Malers.

 

Engel bevorzugte verschiedene Kunstgattungen:

  • Genremalerei: z.B. „Die Braut“, Zyklus „Deutsche Sitten“
  • Porträtmalerei: z.B. „Hessisches Mädchen – Gretchen Kliebe“  (1828 - 1862)
  • Historienmalerei: z.B. „Die Londorfer Kirche“, „Oberburg Rabenau“
  • Landschaftsmalerei: „Mutter mit Kindern am Dorfweiher“

 

Carl Engel verstarb am 31. März 1870 und wurde auf dem alten Rödelheimer Friedhof beigesetzt (heute nicht mehr vorhanden). Sein Grabstein steht in diesem Raum. Grabinschrift verschollen – jetzige Ausführung ist eine Interimslösung.

 

Quellen:
1.
Walter Stolle, Carl Engel genannt von der Rabenau. Ein Hessischer Maler im späten Biedermeier,
    Eine Ausstellung des Hesssischen Museumsverbandes 1987

2. Das 1200jährige Londorf und die Rabenau. Ein Heimatbuch zur 1200-Jahrfeier der Gemeinde Londorf 1958