Über die Geschichte der Russlanddeutschen im Bürgersaal am Bahnhof am 14. Oktober 2012

Die Abschlussveranstaltung einer Vortragsreihe/Powerpointpräsentation mit Jakob Fischer bildete das Erzählcafe mit Russlanddeutschen aus unserer Region.

Die sehr eindrucksvollen Berichte über das Leben in der Ukraine vor dem 2. Weltkrieg, die spätere Deportation in Gebiete hinter dem Ural und die unsäglichen Leiden der deutschstämmigen Bevölkerung hinterließen einen bleibenden Eindruck bei den Zuhörern.

Der Chor der Russlanddeutschen „Silberglanz“ aus Giessen und Lollar umrahmte die Veranstaltung. Die Beteiligung unserer russlanddeutschen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sonst eher zurückhaltend bei der Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen sind, hat an diesem Nachmittag sicher zur Integration der Spätaussiedler beigetragen.

 

 

Plakat: Volk auf dem Weg


 

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von Rüddingshausen am 3. März 2013 im ev. Gemeindesaal

Das Erzählcafé war die erste Veranstaltung zum 725-jährigen Jubiläum von Rüddingshausen.

Zeitzeugen berichteten über ihre frühesten Kindheitserinnerungen, wie sie im Haus und in der Landwirtschaft bereits mithelfen mussten und im frühen Alter schon Pflichten zu erfüllen hatten.

Besenbinden war in den Wintermonaten eine zusätzliche handwerkliche Tätigkeit, die einen kleinen Nebenerwerb für die bäuerlichen Betriebe ermöglichte. Daher auch der Spitzname die „Rüddingshäuser Bäese“.

Die Armut der Menschen zu Beginn des 20. Jahrhunderts führte zu Auswanderungen nach Frankreich und den USA. Gut in Erinnerung waren den Zeitzeugen die Ereignisse aus den letzten Kriegstagen im März und April 1945, als deutsche Truppen sich vor den anrückenden Amerikanern für kurze Zeit in Rüddingshausen aufhielten und auch versorgt wurden.

Die Erzählungen wurden lebhaft durch Beiträge aus dem Publikum ergänzt, so dass neben den ausgewählten Zeitzeugen durch das Publikum ein sehr eindruckvolles, geschichtliches Bild entstand.

 

 

Plakat: 725 Jahre Rüddingshausen


 

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Ehe der Verein für Heimat- und Kulturgeschichte der Rabenau über eigene Räume verfügen konnte, begannen wir in den einzelnen Ortsteilen der Gemeinde mit Erzählcafés für unsere Arbeit zu werben. Die Dorfgemeinschaftshäuser boten dafür die geeigneten Räumlichkeiten.

Der Ablauf der Erzählcafés wird folgendermaßen vorbereitet: Zunächst versucht man über den Ortsvorsteher und Vereinsmitglieder die älteren Dorfberwohner ausfindig zu machen, in der Regel drei bis vier Erzähler.

Bei einem gemeinsamen Kaffeenachmittag ca. eine Woche vorher, wird ein Thema gefunden z. B. Kindheit, Kriegserlebnisse, Bräuche, zu dem die Beteiligten aus ihrem Leben erzählen können. Dieses erste Treffen nimmt den Erzählern die Scheu, vor einem großen Publikum frei zu sprechen. Der Ablauf während der Veranstaltung wird von einem Moderator gesteuert. Auch das Publikum kann sich mit eigenen Beiträgen am Erzählcafé beteiligen.

Die ganze Veranstaltung wird von dem jeweiligen Ortsteil organisiert. Frauen kochen Kaffee und backen Kuchen. Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken beginnt das eigentliche Erzählcafé. Es wird kein Eintritt erhoben und alle Speisen sind kostenlos. Die eventuell eingehenden Spenden erhält der Verein.

Von der Veranstaltung wird ein Mitschnitt angefertigt, der im Archiv aufbewahrt wird.

Seit 2003 haben wir in allen Ortsteilen zwei bis drei Erzählcafés durchgeführt.
Diese Veranstaltungen erfreuen sich großer Beliebtheit und ziehen Jung und Alt gleichermaßen an.

Erzählcafés dienen der Bewahrung von Lebenserfahrungen von Zeitzeugen aus unserem dörflichen Leben.

 

11. August 2013

Gerd Schönhals

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