Der Gedanke, ein Museum für die Gemeinde Rabenau einzurichten, entstand unter dem Eindruck der beiden Ortsjubiläen 700 Jahre Kesselbach (1991) und 900 Jahre Odenhausen (1993).  Was die beiden Orte zu diesen Jubiläen auf die Beine gestellt hatten an Veranstaltungen, Vorführungen aus der Landwirtschaft, Ausstellungsstücken und Wiederbelebung alter Bräuche und Gepflogenheiten, war sehr beeindruckend.

Es stellte sich die Frage: was geschieht mit all den Dingen nach dem Jubiläum? Was wird  in 25 oder 50 Jahren davon noch existieren, wenn wieder ein Jubiläum gefeiert werden soll.
Bei den jährlichen Sperrmüllabfuhren konnte man zuweilen beobachten, dass man sich von dem einen oder anderen alten Gebrauchsgegenstand  getrennt hatte – auf Nimmer-wiedersehen. Was tun, um wenigstens einen Teil des früheren dörflichen Lebens für die Menschen in unserer Großgemeinde für die Nachwelt zu bewahren.

Um ein Museum für Rabenau zu realisieren, brauchte man Gleichgesinnte und auch die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger von Rabenau. Die Vorstellung  „Rabenau“  ist unsere Gemeinde war in den 90er Jahren noch schwach ausgeprägt. Man war noch stark auf den eigenen Ortsteil fixiert, wollte eher noch die örtlichen Besonderheiten mit Nachdruck pflegen.

Die Bildung der Großgemeinde Rabenau im Zuge der Gebietsreform wurde von vielen nicht als Fortschritt, sondern als Verlust der eigenen Identität bertachtet. Könnte nicht ein gemeinsames Museum -Museum der Rabenau- den Identifikationsprozess mit der Gemeinde Rabenau unterstützen, zumal es keine wirklich signifikanten kulturellen Unterschiede zwischen den Ortsteilen von Rabenau gibt?

Wie konnte man dieses Vorhaben auf den Weg bringen? In einer Meinungsumfrage sprach sich  die überwiegende Mehrheit für ein Museum der Rabenau aus. Das machte Mut, das Ziel weiterhin im Auge zu behalten.

Zunächst wurde 1995 der Verein für Heimat- und Kulturgeschichte gegründet (s. Satzung).  In dieser Satzung wird ausdrücklich als wesentliche Aufgabe des Vereins die Einrichtung eines Museums betont. Unter den anvisierten Möglichkeiten schien das inzwischen leerstehende Gebäude der alten Grundschule in Londorf für unser Vorhaben am besten geeignet.
Die Einweihung der neuen Grundschule in Londorf fand 1999 statt. Doch die alte Grundschule befand sich nach wie vor im Besitz des Landkreises.  Der Kaufpreis für die Gemeinde Rabenau war utopisch. Doch nach zähen Verhandlungen und Dank der Beharrlichkeit des damaligen Bürgermeisters Wilfried Eckl gelangte das Gebäude schließlich in den Besitz der Gemeinde. In der Folge wurde intensiv über die zukünftige Verwendung der Immobilie nachgedacht.

Der Verein für Heimat- und Kulturgeschichte der Rabenau meldete sein Interesse an, doch schien uns zunächst das Gebäude für den eigenen Zweck zu groß, sodass wir die Vertreter der Ortsvereine zu einem Gedankenaustausch in das alte Schulhaus einluden, um das Gebäude gegebenenfalls noch für andere Zwecke zu nutzen. Das Interesse der Ortsvereine war sehr gering und nach einem zweiten von Bgm. Eckl angesetzten Termin, blieb als einziger Interessent neben dem Verein für Heimat- und Kulturgeschichte die Burschenschaft „Blau/Weiß“ für die Kellerräume übrig.

Nach Unterzeichnung des Pachtvertrages der beiden Parteien am 17. Juli 2003 begannen wir zusammen mit der Burschenschaft unverzüglich mit der Neueindeckung der Toilettenanlage im Nebengebäude. Die Mietparteien erhielten das Gebäude mietfrei von der Gemeinde mit Ausnahme der anfallenden Energiekosten. Nach dieser gemeinsamen Aktion wendeten sich die beiden Vereine ihren eigenen Arbeiten zu.

Am 20. Mai 2006 konnten wir das Museum nach Abschluß der 1. Umbauphase mit einer Sonderausstellung über die Burschenschaften der Rabenau eröffnen. Auf dem Schulhof vor dem Museum wurde eine traditionelle Dorfkirmes gefeiert.

Mit der Einweihung des „Carl Engel“ Raumes wurden sechs Jahre später die Umbauarbeiten im alten Schulhaus beendet. Am 20. Mai 2012, dem „Internationalen Museumstag“ feierten wir im Beisein von vielen Ehrengästen und der Presse die Fertigstellung der Museumsräume samt der Einrichtung der Dauerausstellungsräume. Insgesamt wurden mehr als 4000 ehrenamtliche Arbeitsstunden für das Projekt „Museum der Rabenau“ geleistet. Zum Schluss muss erwähnt werden, dass wir ohne die großzügige finanzielle Unterstützung der Stiftung der Sparkasse Grünberg das Museum nicht in dieser ansprechenden Ausstattung hätten realisieren können.

 

12. August 2013

Gerd Schönhals

   

 

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